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AGs

Überblick


Beschreibungen

Dass man Sprache und Kommunikation allgemein nicht nur ge-, sondern auch missbrauchen kann, merken wir nicht erst seit einigen wahlkampfbedingten verbalen Fehltritten (?) bestimmter PolitikerInnen oder an Feststellungen und Parolen eines George B. aus W. betreffs einer „Achse des Bösen“ etc.

Bereits 1980 schrieb Dwight Bolinger ein Buch mit dem Titel „Language, the Loaded Weapon: The Use and Abuse of Language Today“ (Taschenbuch, 214 S.; Longman, 1980; ISBN 0582291089). In der AG möchte ich einige Abschnitte aus Bolingers Buch vorstellen und diskutieren. Ergänzend dazu kann ich bei Bedarf auch mit einigen eigenen Erfahrungen aus dem Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei einer Bundesbehörde aufwarten. Die AG soll aber weniger ein monologischer Vortrag als vielmehr eine Faktensammlung und Diskussion werden.


StuTS-Org

Jan Wohlgemuth, WWU Münster

Traditionellerweise setzen wir uns in dieser „Meta-StuTS“-AG mit der Planung, Organisation und Gestaltung der StuTS auseinander. Die AG soll den Informationsaustausch zwischen ehemaligen und den bis dahin hoffentlich gefundenen zukünftigen Organisatoren fördern und darüber hinaus allgemeine Diskussionen zur StuTS ermöglichen. Ich möchte außerdem mit euch Wege finden, das Internet-Angebot der StuTS (www.stuts.de, www.linguist.de, www.linguisten.de) entsprechend zu optimieren und auszubauen.


Sprachwissenschaftliche Analysen bleiben häufig im Modus des ex-post-facto, wenn sie sich mit politischer Sprache beschäftigen. Der Spielraum für Erkenntnisse ist dadurch mitunter erheblich eingeschränkt (etwa Rederhetorik oder Koalitionsverträge). Weitaus seltener wird der lebendige Prozess des Herstellens solcher Texte untersucht: Welchen Techniken folgt das Formulieren? Wie gehen die Beteiligten dabei vor? Was ist wichtig und wie wird es wichtig? Wo kommt metasprachliches Wissen ins Spiel? Wie geht das vor sich?

In der AG will ich genau das anhand von empirischen Beispielen tun: Formulierungstechniken und -arbeit in gesetzgebenden Prozeduren anhand von linguistischen Dimensionen darstellen und erläutern. Frisch aus der Praxis zurück, kann ich in der AG den Möglichkeitsraum der Sprachwissenschaft erweitern und empirisch fundieren.

(Siehe auch hier.)


Um dialektal gefärbte Sprache vom Hochdeutschen, der sog. Standardsprache, abzugrenzen, bedient sich die dialektologische Forschung zweier unterschiedlicher Ansätze.

Auf der einen Seite steht der Versuch der Messung und Einteilung von Dialekten über lautliche Abweichungen vom Standarddeutschen (Systemkontrast-Dialektalität) anhand eines an der hochdeutschen Standardlautung orientierten Punktesystems, das jeden systematisch abweichenden Laut mit einem definierten Punktwert belegt. Die Anzahl der ermittelten Abweichungen pro Wort ergibt einen Richtwert für die Dialekttiefe.

Der zweite Ansatz verfolgt das Ziel, eine Unterscheidung verschiedener Dialekte oder Dialektkontinua orientiert am Höreindruck von Sprechern vorzunehmen (Hörerurteil-Dialektalität). Die Unterscheidung verschiedener Dialekt-Abstufungen erfolgt in diesem Fall über einfache Siebener-Skalen auf der Basis von Hörproben.

Neben der Vorstellung der Meßverfahren und exemplarischer Ergebnisse soll ein Schwerpunkt der AG auf einem Versuch zur Hörerurteil-Dialektalität liegen. Die so erhobenen Daten sollen nach Möglichkeit im Rahmen meiner Magisterarbeit Berücksichtigung finden.


Wortarten im Japanischen

Christopher Schmidt, CAU Kiel

Die Frage nach der Einteilung der Wortarten beschäftigt die Sprachwissenschaft schon seit der Antike. In dieser AG soll versucht werden, anhand klarer Kriterien die „Hauptwortarten“ des Japanischen zu definieren und abzugrenzen.

1. Kurze Beschreibung der japanischen Sprache
2. Kurze Darstellung der Wortartenproblematik
3. Die japanischen Hauptwortarten
3.1. Flektierbare und nichtflektierbare Wortarten
3.2. Nomen und Adjektivalnomen
3.3. Adjektive, Adjektivalnomen und Adverbien
3.4. Verben und Adjektive


Das Russische ist durch eine reiche Flexionsmorphologie mit bis zu 200 Formen je Lexem geprägt. Einer der ersten Schritte für die maschinelle Verarbeitung des Russischen besteht deshalb darin, die vielen Formen automatisch generieren und analysieren zu können.

Behandelt werden folgende Fragen (bezogen auf das Russische): Was ist Flexion und mit welchen Mitteln wird sie ausgedrückt? Welche Ansätze zur Formalisierung und Automatisierung der russischen Formenbildung gibt es? Abschließend werden ein System, das Formen automatisch generiert, und die Erfahrungen, die ich bei der Entwicklung dieses Systems gemacht habe, vorgestellt.


Linguistische Kurse im Internet

Tobias Unger, Philipps-Universität Marburg/Astrid Hente, Philipps-Universität Marburg

In der AG wird es am Beispiel von www.linguistics-online.de um die Umsetzung linguistischer Veranstaltungen im Internet gehen. Wir wollen dabei dieses Projekt vorstellen und Vor- und Nachteile diskutieren.


Das Masirische (Berberische) in Marokko

Mohand Sroub, WWU Münster

Der Referent wird einen Einblick in das heutige Sprachgebiet des Masirischen (Berberischen) vermitteln und auf die Sprachenpolitik Marokkos eingehen.

Das Berberische, eine afro-asiatische Sprache (hamitische Sprache), ist eine der ältesten Sprachen Nordafrikas. Der älteste masirische (berberische) Text stammt aus dem Jahr 139 v. Chr. (sog. Libysche Inschriften). Der Sprach- und Kulturpolitik Marokkos liegt die Ideologie des Panarabismus (kulturelle und linguistische Arabisierung) zugrunde. Seit der Unabhängigkeit Marokkos (1956) setzen sich die Masiren (Berber) friedlich für die Anerkennung ihrer Sprache und Kultur im marokkanischen Staat ein.

Die Verschriftung des Berberischen und die neuen Übersetzungen einiger literarischen Werke tragen zur Modernisierung und Konsolidierung des Masirischen bei. Der Referent wird insbesondere auf die neuen Entwicklungen und Zukunftsperspektiven des Masirischen in einem „arabischen“ Land eingehen.

Die drei marokkanischen Variationen des Masirischen (Tarifit, Tamazight und Tashelhit) werden auch kurz vorgestellt.


Bewegungsverben im Polnischen

Szymon Słodowicz, CAU Kiel

In vielen slawischen Sprachen existieren imperfektive Verbpaare, die die gleiche Bewegungsart beschreiben, aber nicht synonymisch sind. Die sogenannten Bewegungsverben können z. B. im Polnischen, Russischen oder Tschechischen gefunden werden. Im Polnischen sind zur Zeit 12 Verbpaare vorhanden. In meiner AG sollen die polnischen Bewegungsverben vorgestellt und analysiert werden.


Die Tonhöhenwahrnehmung über lautsprachlichen Äußerungen wird primär als ein Produkt der F0-Bewegung über ihren stimmhaften Abschnitten betrachtet. Hierbei sind vokalische Sequenzen von besonderer Relevanz. Ein Grundfrequenzverlauf über diesen Lauteinheiten kann jedoch sowohl durch mikroprosodische Effekte der Produktion, als auch der Perzeption in geringem Maße von dem sprecherintendierten Muster abweichen. Der Terminus der Mikroprosodie beschreibt die phonetische Variation einer phonologischen Intonationseinheit und ist damit phänomenal sehr weit gefasst. Dieser Vortrag beschränkt sich auf einen Vergleich von intrinsischem F0 (Produktion) und intrinsischem ‚pitch‘ (Perzeption).

Einflüsse der Produktion kreieren eine positive F0-Differenz zwischen geschlossenen und offenen Monophthongen. Unter sonst gleichen Bedingungen wird demnach ein [i,u] mit einem höheren F0 produziert, als ein [a]. Entgegengesetzte Einflüsse zeigen sich für die Perzeption: Werden offene und geschlossene Monophthonge (z. B. [i,u] vs. [a]) bei gleicher physikalischer Frequenz und entsprechener Intensität im Kontrast präsentiert, besteht beim Hörer die Tendenz, offene Lautqualitäten als höher zu perzipieren.

Der Vortrag stellt verschiedene Experimente zum intrinsischen F0 und ‚pitch‘ in Monophthongen vor und vergleicht ihre Ergebnisse auf einer qualitativen und quantitativen Ebene. Die verschiedenen Erklärungsansätze für die gegenläufigen Einflüsse in Produktion und Perzeption werden diskutiert und vor dem Hintergrund experimentübergreifender Resultate kritisch hinterfragt. Angesichts der unterschiedlich großen Einflüsse von intrinsischem F0 und intrinsischem ‚pitch‘ wird die Frage nach dem Status dieses Phänomenbereichs innerhalb einer prosodischen Phonologie gestellt.

Des weiteren sollen aus den Ergebnissen für die Monophthonge Hypothesen über mikroprosodische Tendenzen in Diphthongen abgeleitet und in der Gruppe besprochen werden. Die Hypothesen und Anregungen der Gruppe sollen in die Planung eines Experimentes einfließen, das die intrinsischen Faktoren in Produktion und Perzeption getrennt untersucht, die Ergebnisse anschließend zusammenfügt und mit denen der Monophthonge vergleicht. Die Ergebnisse zu diesem gemeinsam geplanten Experiment werden auf der nächsten StuTS präsentiert (deswegen auch Teil 1).

Der Vortrag richtet sich nicht speziell an Phonetikerinnen und Phonetiker, aber ein wenig Vorwissen über artikulatorische und akustische Phonetik ist sehr nützlich.


Lautung und Schrift des Tigrinya

Martin Rakow, Universität Hamburg

Die in Eritrea und Äthiopien gesprochene äthiosemitische Sprache Tigrinya ist eine in Europa wohl eher unbekannte Sprache, obwohl sie nach Arabisch und Amharisch die semitische Sprache mit der drittgrößten Sprecherzahl ist. Zur Schreibung des Tigrinya wird die einzige heute noch benutzte südsemitische Schrift, die äthiopische Schrift, verwendet, die es mir zugegebenermaßen ursprünglich nicht aus linguistischen, sondern aus ästhetischen Gründen angetan hatte.

Ziel der AG wird es sein, neben einer kurzen allgemeinen Einführung ins Tigrinya, wobei zumindest auf die Morphologie der Verben eingegangen werden soll, insbesondere dessen Lautsystem vorzustellen. Desweiteren soll die äthiopische Schrift bezogen auf das Tigrinya beschrieben werden. Es wird zu zeigen und wahrscheinlich zu diskutieren sein, welche Beziehungen zwischen Lautung und Schrift bestehen. Streiten und diskutieren ließe sich im Rahmen der AG darüber, ob die äthiopische Schrift als eine Alphabetschrift oder eine Silbenschrift zu klassifizieren ist bzw. darüber, ob diese klassische Einteilung von Schriften gerade mit Blick auf die äthiopische Schrift und indische Schriften nicht zugunsten neuerer schrifttypologischer Ansätze wie dem von Faber (1992) aufgegeben werden sollte.


In dem Vortrag werden einige Spracherwerbsmodelle vorgestellt (u. a. CPH (Lenneberg), SLM (Flege)), zudem wird eine eigene Untersuchung zur Produktion englischer Vokale durch deutsche Muttersprachler präsentiert, die versucht, die Hypothesen von Fleges Speech Learning Model zu bekräftigen bzw. zu entkräften.


Hört sich nach viel an, wird sich in erster Linie auf die Einordnung von Glottalisierung zu anderen Phonationsarten beschränken. … und dann 'mal gucken, wieviel Zeit für den Rest dieser Untersuchung ist.